Familie: Boraginaceae

Gattung Myosotis L. ‒ Vergissmeinnicht
  • 1753, Sp. Pl. 1: 131 ()


  • Artschlüssel

    1

    Kelch mit anliegenden Haaren

    2

    Kelch mit abstehenden Hakenhaaren

    4




    2

    Blütenstand reichblütig, untere Blütenstiele abwärts gerichtet, Kelch bis zur Mitte eingeschnitten

    M. laxa

    Blütenstand arm- bis reichblütig, Blütenstiele aufwärts gerichtet, Kelch bis etwa 2/3 verwachsen

    3




    3

    Stängel kantig und glänzend; im Frühjahr Stängelgrund und Blattunterseite der Grundblätter mit anliegenden, abwärts gerichteten Haaren

    M. nemorosa

    Stängel rundlich und matt; im Frühjahr Stängelgrund mit abstehenden Haaren, Blattunterseite der Grundblätter mit anliegenden, aufwärts gerichteten Haaren

    M. scorpioides




    4 (1)

    Mehrjährig, Kelch bis auf 3/4 eingeschnitten; Krone > 6 mm breit

    M. sylvatica

    Einjährig; Kelch höchstens bis auf 1/2 eingeschnitten; Krone nur bis 5 mm breit

    5




    5

    Blüten beim Aufblühen gelblich, später rötlich, dann blau

    M. discolor

    Blüten hellblau

    6




    6

    Blütenstiele auffallend kurz, aufwärts gerichtet

    M. stricta

    Blütenstiele mindestens so lang wie der Kelch

    7




    7

    Blütenstiele etwa so lang wie der Kelch, im unteren Blütenstandsbereich teilweise abwärts gerichtet

    M. ramosissima

    Blütenstiele länger als der Kelch, aufwärts gerichtet

    M. arvensis



    Die einjährigen Myosotis-Arten wurden erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im heutigen Umfang gefasst und unterschieden. Nomenklatur und Abgrenzung der Sippen waren auch danach teilweise verwirrend, besonders da Myosotis stricta oft als M. arvensis bezeichnet wurde. Noch Fuckel (1856) schreibt in den Nachträgen zur Flora von Rudio, dass ihm M. ramosissima (als M. hispida) aus Nassau nicht bekannt sei und er sie in seiner im gleichen Jahr erschienenen Flora Nassaus irrtümlich als häufig eingeschätzt habe.

    Eine Differenzierung der Sumpf-Vergissmeinnicht-Gruppe gelingt erst in neuerer Zeit und hat kaum Eingang in Florenwerke gefunden. So bringen auch Nitsche & al. (1988) und Streitz (2005) nur wenige Angaben für die einzelnen Arten. Im 19. Jahrhundert, aber auch noch bei Grimme (1958), wurde meist eine großblütige Art (M. palustris) von einer kleinblütigen (M. caespitosa) unterschieden. Angaben zu Myosotis caespitosa dürften sich zumeist auf M. nemorosa beziehen. Im Gegensatz zu der hier vorgenommen Gliederung der Gruppe plädiert Schuster (1967) für eine deutlich stärkere Differenzierung und unterscheidet 10 Sippen in Mitteleuropa. Dieser Gliederungsansatz wurde von Loos (1994) bestätigt, fand aber sonst kaum Anerkennung.

    Die Angabe von Myosotis sparsiflora für den Bellinger Berg im Main-Kinzig-Kreis durch Cassebeer & Theobald (1849), für den Meißner durch Eichler (1883) und für den Baunsberg (Wenderoth 1839; nicht wiederholt in Wenderoth 1846) sind unglaubhaft.

    Belege von Adolf Seibig zu Myosotis alpestris aus dem Main-Kinzig-Kreis (Gelnhausen, Sterbfritz) im Senckenberg-Herbarium wurden als M. sylvatica revidiert (2009 T. Gregor). Die Angaben von Hemm & Mühlenhoff (1995) zu Vorkommen im Main-Kinzig-Kreis sind damit wahrscheinlich irrtümlich, ebenso wie Angaben aus dem Schlitzerland (Vogelsbergkreis) von Gregor (1993). Auch in Franken fand Meierott (2008) nur verwilderte Kultivare von Myosotis sylvatica. Das Vorkommen von Myosotis alpestris, das in der Florenliste (Hemm & al. 2009) für alle Naturräume außer Südost genannt wird, ist in Hessen generell fraglich.






    © BVNH